Dieser Tag gilt festgehalten, denn zu zweit legten wir, Katina und ich, heute einen Triathlon hin:
(1) mit dem Auto zur Mittweidaer Aue
(2) zu Fuß um die Talsperre
(3) mit der Fähre zurück.
Aber wären wir nicht wir, dann müsste ich nicht weiterschreiben, aber so:
START: 13 Uhr in der Aue und ab nach
Ringethal. Dort liefen wir schnellen Schrittes entlang und überquerten die Zschopau. Berg hoch, Berg runter und irgendwann kamen wir am
Raubschloss an.
Nach einer kurzen Pause: Weiter gehts! Die Pause hat uns wohl nicht gut getan und anstatt uns am roten Schild zu orientieren, nahmen wir auf einmal den gelben Weg. Nachdem wir nach 15 Minuten wieder dort waren, wo wir schon einmal waren, stellten wir fest, gerade 2, 3 Kilometer im Kreis gelaufen zu sein. Wir fragten einen netten Mann nach dem Weg, der uns ganz skeptisch anschaute. Ca. 15 Minuten später waren wir sodann abermals am Raubschloss und gingen nun den richtigen Weg. Auf die Brotkrumen haben wir verzichtet. Wir liefen und liefen, liefen und liefen, holten immer wieder ein paar langweilige, schleichende Wanderer ein, denn wir gingen das Ganze sportlich an und liefen schnellen Schrittes. Steinige Wege, Berg hoch und runter und irgendwann liefen wir im Eiltempo direkt am Ufer der Talsperre entlang. Und als hätten wir es gewusst, erreichten wir zur richtigen Zeit die richtige Anlegestelle, um mit der Fähre kurz vor der Staumauer überzuwechseln.
Nun waren wir wieder auf der anderen Seite des Wassers (das wurde uns später zum Gedächtnis- und Gehirnverhängnis). Drüben angekommen, erkundigten wir uns nach Möglichkeiten, wieder nach Mittweida zurückzukommen. Wir schätzten unsere gelaufene Strecke auf ca. 13 km und wollten doch ein wenig auf die Hilfe der Fähre zurückgreifen, um nicht 13 km zurücklaufen zu müssen (auch hier wurde gleich sicherheitshalber ein Verlaufer eingerechnet) *grins*
Eine Stunde hatten wir Zeit, bis die Fähre nach Lauenhain ging. Wir entschlossen uns, einen Kaffee trinken zu gehen. ABER HALT: wir hatten noch exakt EUR 12,00 einstecken und EUR 6,00 brauchten wir für die Fähre zurück. Ok dachten wir uns: Wir haben EUR 6,00 zur Verfügung. Ab in die Gaststätte und welch Glück:
Heute im Angebot:
Kaffee und ein Stück Fruchtschnitte für EUR 3,00
*freu* *jubel* *noch hungriger werd*
Das passte ja genau zu unseren EUR 6,00, die wir noch hatten. Aber die Fruchtschnitte wollten wir nicht, ein Stück von der Eierschecke wäre uns viel lieber gewesen. Wer nicht fragt, der nicht gewinnt, also fragten wir, ob wir nicht den Kuchen tauschen könnten. NEIN, war die Antwort, denn sie hätten nur einfach zu viele Fruchtschnitten und deswegen gibt es das Angebot. Die Eierschecke kostet einzeln EUR 1,70. Mhmm, schnell rechne und ... Mist: Der Kaffee kostete EUR 1,40,
für beide also: EUR 2,80. Uns blieben EUR 3,20, die aber für Eierschecke nicht mehr reichten. Uns fehlten exakt Gott verdammte 20 Cent und die Kellnerin, ein Biest an Kellnerin, wollte uns diese auch nicht erlassen.
Karte nehm und reinschau. Was gibts alles für EUR 3,20? Wir entschieden uns für:
Gebackene Apfelringe in Schokosauce und Sahne
Welch Fehler! Für unsere letzten Cents kamen sodann 3 Apfelringe zu uns :-( und zwei Kaffees. Wir lachten uns krank und gleichwohl kam die Frage in uns auf, wie wir mit einer Tasse Kaffee jetzt eine Stunde Zeit rumbringen wollen?
Nachdem die Kellnerin so unhöflich war, der ganze Laden einfach schlief und von Service keine Spur war, suchten wir Wege, wie wir unsere EUR 6,00 jetzt am besten noch nutzen könnten. Zwei Tassen Kaffee und drei Apfelringe können ja nicht alles gewesen sein. Das Optimum rausschlagen, die Kellnerin ärgern!
Der Teller wird mit den Fingern abgeleckt, es war schließlich teuer!
Wir rauchen denen den Saal voll bis die Luft steht!
Der Kaffee wird nicht getrunken, sondern Löffel für Löffel und schlückchenweise zu sich genommen, da er 1 Stunde auf dem Tisch stehen muss. Notfalls werden nur kurz die Lippen mit Kaffee befeuchtet und daran geleckt!
Weiter überlegten wir: Dann gehen wir noch mal auf Toilette, waschen unsere Hände super rein, nehmen die Blumendeko mit, den Salzstreuer... aber das haben wir nicht getan, denn strafbar machen wollten wir uns nun ja auch nicht. Die Kellnerin war froh, als wir nach einer Stunde den verräuchernden Saal verließen und ohne Trinkgeld bezahlten.
Ab auf die Fähre und ein Stück näher nach Mittweida! Und den Fußgängern immer schön winken!
Und so eine Bootsfahrt ist einfach schön!
Auf eine ewige Freundschaft gaben wir uns die Hand und fast wäre dabei noch ein Fingernagel abgebrochen, sodass wir beim eigentlich ernsten Schwur auf unsere Freundschaft lachten bis zum umfallen.
Wir verließen die Fähre und wollten die letzten 2 km zu Fuß gehen und fühlten uns auch wieder fit genug. Und wieder wählten wir einen falschen Weg, sodass wir einen steilen Abhang zum richtigen Weg hochkletterten. Keiner sprach über seine Angst und niemand wollte darüber nachdenken, was wir hier eigentlich gerade tun. Ein wenig gefährlich war das Ganze schon, aber wir haben es geschafft und nun kam es: Verwirrung. Wieso sahen wir auf einmal die Gaststätte, an der unser Auto parkte, genau gegenüber, wenn wir doch dachten, auf der richtigen Uferseite zu sein. OH NEIN, OH NEIN, wir lachten uns krank. Wir sind doch nicht etwa auf der falschen Seite ausgestiegen und müssen nun noch durch die Zschopau schwimmen? Die wildesten Ideen: wir schwimmen, wir laufen weiter hoch, wo es flach wird, wir fragen einen, der ein Boot da stehen hat, ob er uns übersetzen kann. Lachend liefen wir den Weg entlang. Auf einmal standen wir vor dem Auto! Vor dem Auto? Hä? Keiner verstand es. Wie konnte es sein? Wo ist der Fluss hin? Es klärte sich auf... der Fluss machte an unserem Weg genau eine Kurve, sodass wir doch richtig ausgestiegen sind und die ganze Zeit auch richtig gelaufen sind. Einzig und allein ein Blickwinkel war es, der uns total durcheinander brachte.
Endlich Zuhause angekommen gab es dann endlich den lang ersehnten Kaffee und einen Schokodonut!
Ein gigantischer Tag. Neben der ganzen frischen Luft, der wundervollen Umgebung haben wir uns mal wieder die Seelen aus dem Leib gelacht!